Trauermarsch Bad Nenndorf

Am Sonnabend den 01.08. war es wieder soweit: Zum zehnten Mal trafen sich Aktivisten aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem europäischen Ausland, um den Opfern der alliierten Besatzer zu gedenken.

Am 01.April 1945 übernahmen die britischen Besatzungstruppen Bad Nenndorf von den amerikanischen Besatzern. Viele hundert Einwohner wurden von den Besatzern vertrieben und deren Eigentum wurde anschließend beschlagnahmt. Um etwas detaillierter zu werden: Um das Wincklerbad wurde ein Gürtel gebildet und den bis dahin dort lebenden Bürgern wurde 90 min. Zeit gelassen, um sich zu nehmen was sie können und ihre Wohnungen zu verlassen. Wenn sie das nicht gemacht hätten, hätten sie harte Strafen bekommen und wären eingesperrt worden. Es war unautorisierten Personen strengstens verboten sich in, um und bei dieser sogenannten “Sicherheitszone” aufzuhalten. Deshalb war Bad Nenndorf von da an auch bekannt als “Das Verbotene Dorf”.

Genaueres zu der Geschichte und den Hintergründen des Trauermarsches kann man auf der Internetseite www.trauermarsch.info nachlesen.

Die Anreise gestaltete sich etwas kompliziert, weil der Bahnhof in Bad Nenndorf von den Gegendemonstranten für eine Weile blockiert wurde. Der Bahnhof wurde dann aber später von der Polizei geräumt. Als dann die über 200 Teilnehmer des Ehrenmarsches langsam eintrafen, konnte Aufstellung genommen werden und mit einer ziemlichen Verspätung setzte sich der Trauermarsch in Bewegung. Die Teilnehmer bewegten sich in Richtung Wincklerbad, vorbei an den Gegendemonstranten. Am besagten Ort angekommen, hielt man die Zwischenkundgebung ab. Die Redner machten auf die Verbrechen der Besatzer aufmerksam. Das Wincklerbad im Zentrum von Bad Nenndorf wurde von diesen nämlich umfunktioniert. Es wurde den Gebräuchlichkeiten des militärischen Geheimdienstes, welcher direkt dem Verteidungsministerium unterstellt und der neue Verwalter ist , angepasst.

Die Badinstallationen der Erholungsstätte wurde herausgerissen und Folterinstrumente wurden eingebaut. Bade- und Ruheräume wurden zu Verhör-, Folter- und Kerkerzellen umgebaut. Die Insassen waren folgenden bestätigten Folterungen schutzlos ausgeliefert: – Schlafentzug – Aushungern bis zum Tode – Kältezellen und Kaltwasser – schwere Schläge – Streichhölzer unter Fingernägel – Daumenschrauben – Schienbeinschrauben – Zerquetschen der Hoden – Bedrohung mit der Ermordung der Familie – Bedrohung mit der Ausführung von unnötigen Operationen (z.B. Amputationen) Auch dazu gibt es auf der Internetseite www.trauermarsch.info nähere Informationen.

Als alle Reden gehalten wurden, setzte sich der Marsch, nach einer Schweigeminute, wieder in Bewegung. Erneut vorbei an den wild gewordenen Gutmenschen, welche mit lauter Musik und Konfetti versuchten das Gedenken zu stören. Davon unbeeindruckt ging der Trauerzug diszipliniert weiter in Richtung Bahnhof. Dort angekommen wurde die Veranstaltung dann offiziell beendet und die Teilnehmer konnten ohne jegliche Zwischenfälle die Rückreise antreten.